Zurück in SoftwareentwicklungWeiter in SoftwareentwicklungModulbeschreibung Überblick ?

Eine Möglichkeit, das Ergebnis der Modularisierungs- und Algorithmisierungsphasen explizit in das Endprodukt aufzunehmen, ist ihre Integration in den Modulkopf. Ein Modulkopf (module header) ist ein Kommentar, der den Zweck des Codemoduls dokumentiert. Der Modulkopf sollte keine Implementierungsdetails beschreiben, weil sich diese kurzfristig ändern können und die Kommentarverwaltung unnötig erschweren. Heben Sie sich die Beschreibung von Details für die Implementationsphase auf.

Nach der Beschreibung des Zwecks skizziert der Modulverantwortliche den Ablauf in einer verbalen oder grafischen Entwurfssprache. Ein Header für das Histogramm-Modul der Beispielanwendung Bibliotheksverwaltung könnte zum Beispiel wie folgt aussehen:

MODUL      Monatliche Ausleihestatistik 13111
ZWECK      Histogramm der Ausleihehäufigkeiten in BWL, VWL, Recht, Soziologie/Psychologie
           und Uebrige am Bildschirm ausgeben
EINGABE    Ausleihehäufigkeiten BWL, VWL, Recht, Psychologie, Uebrige, Ausleihemonat
AUSGABE    Histogramm
AUTOR      mlu
GEÄNDERT   10.1.2002
Ausleihehäufigkeiten und -monat einlesen
  Programmtitel ausgeben
    Für jede Ausleihehäufigkeit:
      Prompt "Ausleihehäufigkeit"
      Ausleihehäufigkeit lesen
      Ausleihehäufigkeit prüfen
    Prompt "Ausleihemonat"
    Monatszahl lesen
    Monatszahl prüfen

Ausgabe des Histogramms vorbereiten
  Maximale Häufigkeit ermitteln

Histogramm auf dem Bildschirm ausgeben
  Ausgabetitel ausgeben
  Spaltenbezeichner ausgeben
  Für jede Ausgabehäufigkeit:
    Zeilenbezeichner ausgeben
    Balken ausgeben

Der Modulkopf enthält die folgenden Teile:

MODUL    		<Name> <ev. Klassifikationsnummer der Modulhierarchie>
ZWECK    		<Kurzbeschreibung des Modulinhalts>
EINGABE  		<Inhalte aus anderen Moduln>
AUSGABE  		<Ergebnisse für andere Moduln>
AUTOR			<Kurzbezeichnung>
GEÄNDERT 		<Datum der letzten Änderung>
<Entwurfscode>

Der obige Entwurfscode (Pseudocode) ist aus didaktischen Gründen detailliert. In der Praxis wird Pseudocode stärker vom späteren Programmcode abweichen; das heisst, der Entwurf wird in der Regel 5 bis 10 mal gröber als das Programm ausfallen. Algorithmisch anspruchsvolle Probleme werden dabei feiner entworfen als Routinetätigkeiten.

Beispiele entwurfssprachlicher Beschreibungen von TESTS-Code finden Sie in den folgenden Hilfethemen:

Satzverarbeitung in einer Schleife

Gültigkeitsprüfung in Access

Zuordnungslösungen formatieren

Fallbeispiel Gewinnverteilung

Aufgabe Entscheidungsbaum